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Hebammen Verband Brandenburg e.V.

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Presse

Pressemitteilung

Potsdam, 01.05.2015

Verhandlungen mit den Krankenkassen sind nach Einschätzung des
Hebammenverbandes gescheitert

Schiedsstelle muss über freie Wahl des Geburtsortes entscheiden
In den aktuellen Verhandlungen des Deutschen Hebammenverbandes e. V. (DHV) mit dem GKV Spitzenverband konnte aktuell keine Einigung erzielt werden. Die Schiedsstelle soll angerufen werden. Gescheitert sind die Verhandlungen an den nicht überbrückbaren Differenzen zu den Ausschlusskriterien für Hausgeburten. Der GKV-Spitzenverband wollte wissenschaftlich nicht belegte Ausschlusskriterien pauschal festlegen, Frauen dabei das Recht zur Mitbestimmung absprechen und Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanzieren. Eine individuelle Prüfung von Hebammen für eine sinnvolle Einordnung medizinischer Befunde in Einzelfällen, die bisher Praxis ist bei den Geburten in Geburtshäusern, wäre damit ausgeschlossen. Hausgeburten bedeuten jedoch kein Sicherheitsrisiko. Anhaltend niedrige Schadensereignisse in der außerklinischen Geburtshilfe dokumentieren dies. Hebammen sind dafür ausgebildet, Risiken einzuschätzen und Frauen im Bedarfsfall in ärztliche Behandlung weiterzuleiten. Die Vorschläge des GKV-Spitzenverbandes greifen massiv in die Berufsausübung von Hebammen ein und entmündigen schwangere Frauen. Ein Großteil der Hausgeburten wäre künftig private Leistung. Die freie Wahl des Geburtsortes für Frauen wäre damit massiv eingeschränkt. Der Hebammenverband hat deshalb die Verhandlungen an diesem Punkt abgebrochen. Die Auswirkungen sind weitreichend für die Hebammen: Eine fünfprozentige Vergütungssteigerung liegt auf Eis. Die Ausgestaltung des Sicherstellungszuschlags, der ab Juli 2015 Hausgeburten unterstützen sollte, ist weiterhin offen.
Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e. V. ist besorgt: „Wir werden noch mehr Hebammen verlieren. Der Sicherstellungszuschlag sollte verhindern, dass immer mehr
Hebammen aus der Geburtshilfe aussteigen. Jetzt ist alles wieder offen, weil die Hebammen nicht
planen können.“ Der Hebammenverband fordert deshalb den GKV-Spitzenverband auf, eine
alternative Lösung zur Vereinbarung des Sicherstellungszuschlags mitzutragen. Denn
Entscheidungen, die die Schiedsstelle treffen muss, können oft erst nach Monaten gefällt werden.
Der sogenannte Sicherstellungszuschlag sollte jedoch bereits ab Juli 2015 greifen und einen
finanziellen Ausgleich bieten für Hebammen, die freiberuflich nur wenige Geburten durchführen und damit die stark angestiegenen Haftpflichtprämien nicht erwirtschaften können. Die Haftpflichtprämie für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen steigt im Juli erneut um über 20 Prozent auf 6.274,32 Euro.
„Wir haben bereits mehrere Kompromissvorschläge vorgelegt“, so Katharina Jeschke,
Präsidiumsmitglied des DHV und Verhandlungsführerin. „Die Neuregelungen würden jedoch den
Beruf der Hebamme grundlegend ändern und sprechen Frauen ab, eine eigene Entscheidung für sich und ihr Kind zu treffen. Das können wir nur ablehnen.“
In den Verhandlungen wurde ein umfassendes Vertragswerk besprochen, das beispielsweise Berufsausübung und Qualitätsmanagement für freiberuflich tätige Hebammen neu regeln soll. Bei fast allen Vertragsbestandteilen wurde ein Konsens gefunden. Beim Thema Hausgeburt jedoch scheitert eine Einigung an Forderungen der Krankenkassen, die beispielsweise auch die Überschreitung des errechneten Geburtstermins als Ausschlusskriterium für eine Hausgeburt definieren wollen – allein davon wäre ein großer Teil aller Schwangeren betroffen.
Über den Landesverband der Hebammen Brandenburg:
Der Landesverband gehört zum Deutschen Hebammenverband und vertritt die Interessen von Hebammen in Öffentlichkeit und Politik. Brandenburg ist mit ca. 390 Mitgliedern eher ein kleiner der sechzehn Landesverbände. Er setzt sich für die Stärkung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Fortbildungen ein und fördert Kontakte und Erfahrungsaustausch unter seinen Mitgliedern.
Ziel des Verbandes ist es, zusammen mit Politikern, Verwaltungen und Verbänden für die Belange der Hebammen einzutreten und öffentliche Aufmerksamkeit für deren Arbeit zu gewinnen. In Kooperation mit anderen Organisationen und den zuständigen staatlichen Stellen soll die umfassende Betreuung für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Säuglinge sichergestellt und erhalten werden.
Mehr Informationen: www.hebammen-brandenburg.de
Pressekontakt:
Martina Schulze
Landesverband der Hebammen Brandenburg e.V.
Vorsitzende
Am Walde 1
14532 Stahnsdorf
Telefon: 03329- 62728
E-Mail: 1.vorsitzende[at]hebammen-brandenburg.de

Pressemitteilung

02.05.2014

Hebammenverband startet zum Welthebammentag am 5. Mai neue Initiative, die Protest und Unterstützung bündelt

Die vielfältigen strukturellen Probleme des Hebammenberufes von der niedrigen Vergütung bis zu den schlechten Arbeitskonditionen sind nicht gelöst. Zum Welthebammentag am 5. Mai startet der Deutsche Hebammenverband (DHV) deshalb eine neue Kampagnen-und Mitmachplattform „Meine Geburt: natürlich – sicher“. Der Hebammenverband bietet damit Eltern, Großeltern und interessierten Bürgern unter www.meineGeburt-natuerlich-sicher.de einen zentralen Ort, wenn sie die Anliegen der Hebammen unterstützen wollen.
Zum Welthebammentag rufen wir alle Mütter, Väter, Schwangere und ihre Familien, alle Unterstützer der vergangenen Monate auf, nicht nachzulassen in ihrem Protest und weiterhin aktiv zu bleiben.
Das Maßnahmenpaket des Bundesgesundheitsmisters vom Mittwoch zielt nur auf kurzfristige Nothilfen bei der Haftpflichtproblematik freiberuflicher Hebammen. Wir haben dadurch noch keine Lösung und können uns damit nicht zufrieden geben. Im Gegenteil – die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband müssen fortgeführt werden. Eine Einigung mit dem Spitzenverband war schon in der Vergangenheit kaum möglich.
Die erste Aktion der Initiative ist es deshalb, mit den Unterstützerinnen und Unterstützern beim GKV-Spitzenverband endlich auf eine angemessene Vergütung der Hebammen hinzuwirken. Mit einer zweiten Aktion sind Schwangere, die keine Hebamme gefunden haben, aufgerufen, dies auf einer Landkarte einzutragen. Damit soll der tatsächliche Mangel an Hebammenhilfe in vielen Regionen dokumentiert werden und auf der Gesundheitsministerkonferenz im Juni Abhilfe eingefordert werden. In den kommenden Monaten sind weitere Aktionen geplant, um bessere Arbeitskonditionen für Hebammen, auch in den Kliniken, zu erreichen.
Die Initiative will allen Frauen und ihren Familien eine selbstbestimmte, natürliche und sichere Geburt ermöglichen – eine Schwangerschaft, eine Geburt und eine Zeit nach der Geburt, bei der Hebammen federführend sind. Der Hebammenverband will Hebammen, Frauen und ihren Familien damit eine zentrale Plattform geben, ihre Stimme zu erheben und sich für diese Ziele persönlich einzusetzen – koordiniert, dauerhaft und damit wirksam.
Pressekontakt:
Martina Schulze
Landesverband der Hebammen Brandenburg e.V.
Vorsitzende
Am Walde 1
14532 Stahnsdorf
Telefon: 03329- 62728
E-Mail: 1.vorsitzende[at]hebammen-brandenburg.de

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