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Hebammen Verband Brandenburg e.V.

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Hebammenpolitik

Die politischen Aktivitäten des Hebammenverbandes im Land Brandenburg widerspiegeln die Situation in den anderen Bundesländern. Seit Anfang 2012 geht es in besonderem Maße um die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetztes und die Einbindung der Familienhebammen im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes zum Wohl der Kinder. Dabei ist es uns wichtig für die Familienhebammen möglichst einheitliche, angemessene Arbeitsbedingungen und eine ebensolche Bezahlung zu erreichen. Die Gespräche mit Vertretern der zuständigen Ministerien laufen noch immer, doch eines ist schon sicher, es wird kein landeseinheitliches Modell für den Familienhebammeneinsatz geben. Der Fortbildungslehrgang für Hebammen zur Familienhebamme sowie der „Auffrischungskurs“ für schon ausgebildete Familienhebammen kann nicht mehr in diesem Jahr beginnen. Dafür wird es für derzeit aktive Familienhebammenkolleginnen im Dezember eine Möglichkeit zur Supervision in Potsdam geben.

Der Kampf für eine bessere Vergütung, besonders der freiberuflich tätigen Kolleginnen, hat erste Früchte getragen mit der Erhöhung der Vergütung für außerklinische Geburten und Beleggeburten, der Erhöhung der Betriebskostenpauschale für die Geburtshäuser sowie einer kleinen Zulage bei der Wochenbettbetreuung. Die Klinikhebammen werden mehr in den Focus der Aktivitäten des Verbandes rücken. Auch hier besteht eine Diskrepanz zwischen der verantwortungsvollen Tätigkeit im Kreißsaal, dem enormen Arbeitsumfang und meist nicht adäquater Bezahlung.

Alles, was wir als Hebammenverband tun, soll letztlich zu einer guten Betreuung der Schwangeren, Gebärenden, Wöchnerinnen und ihrer Babys führen. Ihre Wünsche und Bedürfnisse sollen weitgehend erfüllt werden. Dabei gelten Slogans wie „Hebammen wissen Bescheid“ und „Das Normale ist das Besondere“ mehr denn je. Falls Sie als Hebamme mehr wissen möchten, was hebammenpolitisch läuft, besuchen Sie gern unsere Verbandsveranstaltungen, lesen Sie im „Hebammenforum“ und auf unserer Homepage nach.

Für Informationen zu bundesweiten Aktivitäten, nutzen Sie bitte den folgenden Link.
http://www.hebammenverband.de

Tätigkeitsbericht der Vorsitzenden des Hebammenverbandes Brandenburg Oktober 2017November 2018

Landestagung 2018

Verbandsebene:

Land Brandenburg:

  • Vorbereitung und Durchführung von zwei Mitgliederversammlungen und Landestagung
  • Planung, Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen zur Verschmelzung des Hebammenverbandes Brandenburg mit dem DHV
  • Vorbereitung und Durchführung Fortbildungsveranstaltungen in Potsdam (NGReanimation und Infektionen im frühen Säuglingsalter; ErwachsenenReanimation; QM "Last Minute")
  • 2 Sitzungen und Telefonkonferenzen mit dem erweiterten Vorstand und den Beauftragten
  • Regelmäßige Treffen/Austausch mit der 2. Vorsitzenden sowie Telefonkonferenzen zur Absprache, Reflexion und Vorbereitung der Aktivitäten
  • 2 Rundbriefe und mehrere Rundmails mit allgemeinen Informationen zu berufspolitischen Aktivitäten, aktuellen Informationen, Veranstaltungshinweisen, Fortbildungsangeboten; Einladung zu MV bzw. LT
  • Teilnahme an Hebammentreffen bzw. –stammtischen
  • Teilnahme an Treffen der Familienhebammen besonders in Potsdam
  • redaktionelle Bearbeitung der Aktualisierung der Homepage des Landesverbandes und kontinuierliche inhaltlichen Überarbeitung; Upgrade der Website
  • ständige Aktualisierung der OnlineHebammenliste
  • Planung, Vorbereitung und Durchführung eines Workshops und des Fachtages zur Förderung der natürlichen Geburt und des Stillens zusammen mit Mitgliedern der AG "Frühe Hilfen und pädiatrische Versorgung" sowie "Gesundheit Berlin/Brandenburg".
  • Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Fachtages zur Förderung der natürlichen Geburt und des Stillens am 29.08.2018 in Potsdam; Ziel ist Ursachen für hohe Kaiserschnittraten zu ergründen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln sowie Stillrate zu erhöhen (Einführung ExpertinnenStandard zur natürlichen Geburt; Modellprojekt Hebammengeleiteter Kreißsaal; Etablierung interprofessioneller Zusammenarbeit)

Bund:

  • Teilnahme an 2 mehrtägigen Hauptausschüssen
  • Dreitägiges Treffen der Landesvorsitzenden im Januar
  • Mitwirkung bei Vorbereitung und Durchführung zweier Treffen der Projektgruppe Fortbildungslandschaft im DHV Umsetzung der Strukturreform nach der Verschmelzung jeweils 1 Tag Ende Januar 2018 in Hannover und Ende April in Fulda
  • Beteiligung an den Entscheidungsfindung und Maßnahmen zu Strukturveränderungen im DHV
  • Beteiligung an den monatlichen Telefonkonferenzen mit der Präsidentin sowie Teilnahme an den TK's der Beirätinnen
  • Mitarbeit in der "Findungskommission" bei der Auswahl und Vorbereitung der Bewerberinnen für die Besetzung von Funktionen im Präsidium bzw. erweiterten Präsidium
Regelmäßige Teilnahme:
  • AK "Frühe Hilfen" im Gesundheitsministerium im Rahmen der Umsetzung des BKiSchG sowie des Einsatzes von Hebammen/ Familienhebammen
  • AK "Unfallund Gewaltprävention bei Kinder und Jugendlichen" im Gesundheitsministerium
  • AK "Kinderschutz" und "Netzwerk gesunde Kinder und Familien" im Jugendamt bzw. Gesundheitsamt Potsdam (nach terminlicher Möglichkeit)
  • Sitzungen der Gesellschaft "Gesundheit BerlinBrandenburg" (nach terminlicher Möglichkeit)
  • Treffen mit Mitarbeitern des Kompetenzzentrum und der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im Land Brandenburg sowie dem MBJS (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) zur Bundesinitiative Frühe Hilfen und Familienhebammen

Baustellen:
  • Vorbereitung, Organisation und Durchführung Parlamentarischer Abend im Landtag Brandenburg am 16.05.2019; Themenstellung wird von der Mitgliederversammlung am 11.10.18 beschlossen (Auswahl: Akademisierung der Ausbildung; Förderung der natürlichen Geburt und des Stillens; Sicherstellung Hebammenversorgung)
  • Privatgebührenordnung: ist seit November 2015 in überarbeiteter Form mit "automatischer" Anpassung (Dynamisierung) an die jeweils gültigen Gebühren aus dem Vertrag mit den Krankenkassen in Kraft; allerdings gibt es noch keine Regelung zum Ausgleich der hohen Haftpflichtkosten für außerklinische Geburtshilfe (wurde gleich nach Inkrafttreten angemahnt; bisher ohne Erfolg)
  • Berufsordnung Hebammen: ist noch immer im MASGF (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie); bleiben weiter dran
  • Familienhebammen: es arbeiten von 49 ausgebildeten bzw. in Fortbildung befindlichen Kolleginnen jetzt etwa 22 Familienhebammen in Brandenburg. Die Bestrebungen, ein landesweit einheitliches Modell für Einsatz und Vergütung der Familienhebammen findet bisher immer noch keinen Niederschlag in der Landeskonzeption zur Umsetzung der Verwaltungsvereinbarungen. Bestrebungen zur Verbesserung der Situation für die Familienhebammen sind sichtbar. Die Umsetzung der Bundesinitiative ist in den Landkreisen sehr unterschiedlich. Ein leicht positiver Trend ist in einigen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten bezüglich des Einsatzes der Familienhebammen zu beobachten, wobei der Bedarf an Familienhebammen nicht abgedeckt werden kann. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und dem MBJS bekannt und im Rahmen der Möglichkeiten soll daran gearbeitet werden. Die Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenhilfe hat sich in allen Bereichen des Leistungsspektrums auch im Jahr 2018 nicht verbessert, obwohl es nach Aussagen des MASGF sogar etwa 80 freiberuflich tätige Hebammen im Land mehr gibt. Die Ursachen sind vielfältig und wir müssen dringend nach Wegen suchen, den Bedarf zu decken bevor andere Berufsgruppen unsere Tätigkeiten Stück für Stück mit übernehmen. Ein erster Schritt in diese Richtung sind die Aktivitäten von Potsdamer Kolleginnen zur Abmilderung des Versorgungsengpasses während der Sommerferienzeit. . Ab 2020 wird die Hebammenausbildung auch in Deutschland akademisiert werden müssen. Die Landesregierung hat bisher hierfür noch kein Konzept. Dafür wurde am 06.11.2017 in Eberswalde eine Berufsfachschule zur Ausbildung von Hebammen zu eröffnet. Das zuständige Referat im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien hat uns erst nach der Erteilung der Genehmigung durch das LASV (Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg) diesbezüglich informiert, trotz mehrfacher Anfragen unsererseits im Vorfeld. An der Hebammenschule Eberswalde werden jährlich 15 Bewerberinnen zur Ausbildung angenommen. Eine Akademisierung ist noch nicht angedacht. Allerdings gibt es nach Auskunft des geschäftsführenden Vorstands der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg (Träger der Schule) Kontakte zur Hochschule Osnabrück.
  • Bezüglich der Umstrukturierungen im DHV und den Landesverbänden hat sich die Situation ergeben, dass bei den Abstimmungen in den Ländern zur Verschmelzung zwar das erforderliche Quorum (75% der Mitglieder) erreicht wurde, doch von den 16 Bundesländern weniger als 12 für die Verschmelzung der Länder gestimmt haben. Laut Satzung des DHV wurde die Forderung des doppelten Quorums nicht erreicht. Das bedeutet noch nicht das Scheitern des Strukturprozesses, doch eine Neuorientierung bezüglich des Umgehens mit dem entstandenen Sachverhalt.
  • Unterjährig diverse Recherchearbeiten nach Bedarf
  • Pressearbeit: diese beinhaltet das Erstellen von Pressemitteilungen, das Beantworten von Anfragen verschiedener Medien und das Vermitteln von Kontakten von Redakteuren und Journalisten zu Hebammen. Der Schwerpunkt des Interesses der Medien war bei der BDT sowie in den Monaten März und April. Besonderes Augenmerk erregte die jährlich wiederkehrende Anhebung der Haftpflichtprämien, Probleme bei der Sicherung einer landesweiten Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenhilfe. Dazu gab es Interviews mit dem RBB (z.B. Sendung ZIBB), Potsdam TV, der DPA, Zeitungen und Zeitschriften.
Einzelne Aktionen/Termine/Kooperationen:
  • Gespräche/Kontakte mit den Gesundheitspolitischen Sprechern der Parteien im Landtag und der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familien sowie dem Ministerium für Bildung, Jugend, Sport um auf die Versorgungssituation mit Hebammenhilfe im Land hinzuweisen, die Probleme des Einsatzes von Familienhebammen sowie die ständig steigenden Prämien für die Berufshaftpflicht aufzuklären und ihre Unterstützung einzufordern.
  • Teilnahme an verschiedenen Fachforen unter anderem zu Themen "Gesundes Aufwachsen", "Unfallund Gewaltprävention" des Landes Brandenburg in Potsdam sowie die "Hebammenversorgung"
  • Schreiben/Kontakte zur Situation der Brandenburger Hebammen(angestellt und freiberuflich)/Familienhebammen an Vertreter der Landtagsfraktionen, Frauenpolitischer Rat, Care Revolution, Ministerin MASGF sowie Referat medizinische Fachberufe, Krankenkassen
  • Teilnahme an Veranstaltungen der Netzwerke Gesunde Kinder und Netzwerke Frühe Hilfen, des Frauenpolitischen Rates sowie der Landesvereinigung der Freiberufler (einschließlich Treffen mit Herrn Bundesgesundheitsminister Gröhe), um Hebammenthemen bekannt zu machen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, Unterstützung zu bekommen
Für das laufende Jahr sehen wir folgende Schwerpunkte:
  • Bündnis herstellen für den Erhalt des Hebammenberufes in all seinen Tätigkeitsbereichen sowie der Wahlfreiheit des Geburtsortes
  • Maßnahmen zur Förderung der normalen Geburt und Senkung der Kaiserschnittrate durch bessere Aufklärung; Verankerung der Thematik über die AG Gesund Aufwachsen in den Gesundheitszielen des Landes Brandenburg fortführen; Fortführung der Aktivitäten zur Förderung der natürlichen Geburt und Erarbeitung von Maßnahmeplänen sowie Modellprojekten im Ergebnis des Fachgesprächs
  • Hebammenberuf im Wandel– Hebammenarbeit unter veränderten Bedingungen neu denken/ Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachberufen; Mitarbeit bei Workshop zur Organisation und Durchführung der medizinischen Versorgung in Brandenburg
  • Ausrichtung des Hebammenverbandes und Umsetzung von Strukturveränderungen im Land
  • Optimierung der Interessenvertretung und Einbindung der angestellten Hebammen
  • statt Aktion 5.Mai Durchführung Parlamentarischer Abend im Brandenburger Landtag am 16.10.19
  • Fortführung der Aktivitäten in den Frühen Hilfen, mehr Basiswirksamkeit durch Familienhebammen und Hebammen; neue Formen der Wissensvermittlung zu Frühen Hilfen
  • Datenerhebung zur Hebammenversorgung durch die Landesregierung (Befragung Frauen und Hebammen)?!

Bericht zur Bundesdelegiertentagung 2018

Vom 27.-30.11.18 fand in Berlin die Bundesdelegiertentagung statt. Unser Landesverband wurde durch Martina Schulze (1. Vorsitzende), Antje Zobel (2. Vorsitzende), den Delegierten Kathrin Petrischek und Beatrice Manke und den Gästen Angela Aurich, Prof. Dr. Dorothea Tegethoff, Peggy Jahnel, Katja Gilbert und Claudia Burkhardt vertreten. Zu den jährlich wiederkehrenden Tagesordnungspunkten gehörten natürlich die Tätigkeitsberichte der einzelnen Präsidiumsmitglieder sowie der einzelnen Sektionen des DHV genauso wie der Haushaltsbericht des vergangenen Jahres. Das Präsidium wurde entlastet und der Haushalt 2019 verabschiedet.

BDT 2018

Verschiedenste Anträge wurden vorgestellt, diskutiert und zur Abstimmung gebracht. Dazu gehörten:
  • Verlagerung des Amtsantrittes von neu gewählten Präsidiumsmitgliedern auf max. 6 Monate nach der Wahl plus entsprechender Satzungsänderung. Damit soll den Amtsinhaberinnen ein unkomplizierterer Übergang und damit die Klärung bestehender Arbeitsverhältnisse ermöglicht werden und Doppelbelastung vermieden werden.
  • Für FunktionärInnen des DHV soll endlich eine Entgeltordnung erarbeitet werden.
  • Die Schaffung einer Stelle für das Sponsoring im DHV wurde beschlossen. Damit soll diese äußerst wichtige und für die finanzielle Unterstützung notwendige Aufgabe professionell erfüllt werden.
  • Um den DHV für anstehende und zukünftige Verhandlungen mit z. B. dem GKV zu unterstützen und zu coachen, wurden die nötigen finanziellen Mittel durch eine/n professionellen Verhandler freigegeben.
  • Die Umwandlung der Arbeitsgruppe "Hebammenkammer" in eine Projektgruppe wird ungesetzt.
  • Die Einsetzung einer Expertin für Frühe Hilfen / Familienhebammen wird erfolgen.
  • Der seit längerem stillgelegten E-Learning Plattform auf der DHV-Seite soll endlich neues Leben eingehaucht und für alle Hebammen zeitgemäß und interaktiv überarbeitet werden.
  • Für Kreißsaalteams in schwierigen Situationen wurde ein ModeratorInnenzuschuss von 500€ pro Team beschlossen. Nähere Informationen über die Bedingungen und Beantragung werden über den DHV erfolgen.

Zum ersten Mal fand ein "Open Mind"-Format statt. Hier konnte über Zukunftsthemen diskutiert werden, welche für unsere Arbeit von Relevanz sind. Dazu gehörten Themen wie die WHO-Empfehlungen um Hebammenwesen, der §219a, das BQS-Gutachten und den daraus folgenden Empfehlungen sowie digitale Beratungsportale.

Über alle vier Tage gab es für die Kolleginnen die Möglichkeit, im "Analyseraum" die Erfahrungen und Wünsche zum gescheiterten Strukturprozess zusammenzutragen. Diese wurden ausgewertet, um herauszufinden, ob und wenn, wie es mit diesem weitergehen soll. Als Ergebnis wurde der Auftrag der Analyse des Prozesses und möglicher Fehler ans Präsidium gegeben.

Die BDT ist natürlich auch immer mit der Wahl neu zu besetzender Ämter verbunden.

Die Amtszeit von Susanne Steppat als Beirätin für den angestellten Bereich endet. Sie wurde von den Delegierten gebührend verabschiedet. Für dieses Amt neu gewählt wurde mit über 66% Andrea Ramsell aus Hamburg.

Aleyd von Gartzen wurde im Amt als Beauftragte für Stillen und Ernährung bestätigt. Zur 2. Schatzmeisterin wurde Marion Sauter sowie zur 2. Kassenprüferin Ingrid Notz gewählt.

Es waren wieder vier intensive, arbeitsreiche Tage mit vielen neuen Eindrücken. Toll, wie verschieden und engagiert unser Berufsstand ist! Wie viele kluge Ideen Kolleginnen entwickeln, um Positives voranzubringen und unseren Verband ebenso wie uns Hebammen im freiberuflichen wie im angestellten Bereich zu stärken. Und wie wunderbar ist es, wenn Hebammen gemeinsam feiern! Nach so viel sitzender Tätigkeit haben wir es genossen, Susanne Steppat ausgiebig tanzend verabschieden zu können.

Für den Brandenburger Landesverband Beatrice Manke

.Besondere Mitgliederversammlung

Liebe Kolleginnen,
am 3. Mai fand von 09.30- 15.00 Uhr im Kino Thalia in Potsdam- Babelsberg diese besondere Mitgliederversammlung zum 28-jährigen Bestehen unseres Landesverbandes, zum internationalen Hebammentag sowie zur Verschmelzung mit dem DHV statt.
Wir können ein positives Resümee der Veranstaltung, die von Beginn bis zum Verschmelzungsbeschluss unter notarieller Begleitung bzw. Überwachung stattfand, ziehen.

Etwa 20 Kolleginnen waren bei der Veranstaltung anwesend.  Zunächst  haben wir die vereinsrechtlichen Formalien abgearbeitet.
Es gab die Gelegenheit, Fragen zu den Tätigkeitsberichten der beiden Vorsitzenden zu stellen, den Bericht der Schatzmeisterin entgegen zu nehmen, sowie den Bericht der Kassenprüferinnen. Der Vorstand wurde zum Haushalt 2017 entlastet.
Eine Delegierte berichtete kurz von der Sonderdelegiertentagung am 22.3.18 in Fulda.
Nach Verlesen des Entwurfs des Verschmelzungsvertrages, des Verschmelzungsberichtes sowie des Antrages auf Verschmelzung des Hebammenverbandes Brandenburg e.V. auf den Deutschen Hebammenverband e.V. erfolgte die Abstimmung. Dabei gab es in geheimer Wahl von den anwesenden Kolleginnen für die Verschmelzung 17 Ja- Stimmen, 1 Nein- Stimme und keine Stimmenthaltung.

Im Anschluss an die Abstimmung gab es bei einem kleinen Sektempfang mit Imbiss die Möglichkeit zum kollegialen Austausch. Dieses Angebot wurde gern und rege genutzt.
Am Ende der Veranstaltung haben wir zusammen mit einigen Schwangeren den Film "Der erste Schrei" angesehen. Er zeigte Geburten in unterschiedlichen Kulturen und sehr verschiedenen Bedingungen. Das war interessant und emotional.
Vielen Dank für Ihr/Euer Kommen. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die noch ausstehenden Entscheidungen in den verbleibenden 4 bzw. 5 Bundesländern fallen werden.
Erst wenn alle Hebammenverbände abgestimmt haben und das erforderliche Quorum erreicht wurde, geht es an die Umsetzung der geplanten Veränderungen.
Also bleiben wir weiter gespannt!
Eine gute Sommer-, Urlaubs-, Ferien- oder Arbeitszeit wünscht Ihnen/Euch
Martina Schulze und die Vorstandsfrauen

.Kurzinformation zur Sonder- Delegiertentagung am 22.03.2018 in Fulda

Am Donnerstag , dem 22.03.18, wurde beim Delegiertentreffen des DHV mit der erforderlichen Mehrheit der Fusion des Bundesverbandes mit den Länderverbänden zugestimmt. Jetzt werden Mitglieder in den Hebammenverbänden der Länder in ihren Delegiertentagungen und Mitgliederversammlung ihrerseits über die Verschmelzung beschließen.
Des weiteren konnte die neue Beirätin für den Bereich der Freiberuflichkeit gewählt werden. Es ist Ursula Jahn- Zöhrens, die ehemalige Vorsitzende der HGH.

Entwicklung Verbandsarbeit Landesverband Brandenburg 2017- Rückblick mit Ausblick

Wie geht es weiter mit dem Hebammenberuf? Wie kann die Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe jetzt und in Zukunft gewährleisten werden? Auch im Land Brandenburg steigen seit 2015 die Geburtenzahlen sowie der Betreuungsbedarf bei etwa gleichbleibender Anzahl von Hebammen, angestellt und freiberuflich, mit oder ohne Geburtshilfe (bei Hausgeburtshilfe deutlicher Rückgang des Angebots!!!). Die Berufshaftpflicht, besonders für die Kolleginnen mit außerklinischer Geburtshilfe, ist bis 2020 gesichert, liegt derzeit bei rund 7.600€ und wird weiter steigen bis auf etwa 9.100€ in 2020 (ohne Vorschäden). Dabei beträgt die Deckungssumme für Personenschäden jetzt 7,5 Mill. € (vorher 6 Mill. €) und ab Juli 2018 liegt sie bei 10Mill. €. Natürlich ist der Sicherstellungszuschlag ein erster Lösungsansatz, doch das Problem ist damit nicht aus der Welt. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) plädiert weiter für eine Fondsregelung mit Haftungsobergrenzen bzw. eine Regelung vergleichbar der Gesetzlichen Unfallversicherung. Auch 2017 arbeiten die in der Klinik angestellten Hebammen weiter am Limit. Laut Befragung von 2015 ist es eher Normalität, wenn sie 2-3 Frauen gleichzeitig in ihrem Dienst betreuen, keine Pausen machen können und viele Überstunden angehäuft haben. Dennoch setzen sie all ihre Kraft, ihr Wissen und Können dafür ein, den Gebärenden empathisch zur Seite zu stehen und trotz der schwierigen Bedingungen gute Geburtshilfe zu leisten. Der Schiedsstellenbeschluss von Anfang September 2017 erschwert die Arbeit der Beleghebammen durch neue Regelungen. Trotz intensiver Bemühungen des DHV konnte die Situation hier nicht entschärft werden. Jetzt sind die betroffenen Kolleginnen gezwungen, ihre Tätigkeit an die neuen Bedingungen anzupassen, um einerseits die Vorgaben der Krankenkassen zu erfüllen, andererseits die Frauen weiter gut betreuen zu können und dabei ihr Einkommen zu sichern. Das ist ärgerlich und macht wütend. Wir müssen die Dinge angehen. Dafür braucht es Ideen und Taten aller Kolleginnen auch in unserem Land.

Schwerpunktthemen auf Landesebene sind:

1. Wegen der anstehenden Strukturveränderungen einschließlich Verschmelzung der Landesverbände mit dem DHV sowie der bevorstehenden Akademisierung der Hebammenausbildung gab es auch in diesem Jahr zwei Mitgliederversammlungen. Bei unserem Mitgliedertreffen am 7.9.17 haben wir uns erneut mit den strukturellen Veränderungen auf Bundes- und Landesebene beschäftigt und das positive Votum der Bundesdelegiertentagung vorausgesetzt, vorbereitende Maßnahmen zur Verschmelzung angedacht. Um mit dem "Dachverband" zu verschmelzen wird es Anfang März 2018 eine Mitgliederversammlung geben.

2. Maßnahmen zum Erhalt des Berufstandes und zur Sicherung der Hebammenversorgung im Flächenland Brandenburg sind weiterhin Thema. Nach unserer erfolgreichen Kampagne- Veranstaltung am 13.09.2017 auf dem Alten Markt in Potsdam werden wir jetzt die Kontakte zu den gewählten Bundestagskandidaten/innen vertiefen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenhilfe zu befördern.

3. Mit Unterstützung der Gesellschaft "Gesundheit Berlin- Brandenburg" arbeiten wir weiter an der Förderung der normalen Geburt und des Stillens. Dazu gab es am 08.11.2017 in Potsdam einen interprofessionellen Workshop. Im Mai/Juni 2018 wird ein entsprechender Fachtag folgen, der zu Handlungsempfehlungen und Modellprojekten führen soll. Das Problem des relativen Hebammenmangels weiter wird unsererseits weiter publik gemacht und nach Lösungswegen gesucht. Eine regelmäßige statistische Datenerhebung über den Bedarf an Hebammenversorgung ist eine Forderung seitens unseres Landesverbandes. Im Rahmen der Sicherstellung der medizinischen Versorgung, besonders in den ländlichen Regionen, sollte auch die Versorgung mit Hebammenhilfe berücksichtigt werden.

4. Unterstützung der Kolleginnen bei der Umsetzung der Forderungen der Krankenkassen zur Durchführung von QM sowie Förderung von QM- Zirkeln ist uns wichtig, denn ab Januar 2018 wird es diesbezüglich Kontrollen seitens der Krankenkassen geben.

Bericht der Brandenburger Delegierten und Gäste von der BDT 2017

Vom 21.- 24.11.2017 fand in Berlin die Bundesdelegiertentagung des DHV statt. Unser Landesverband wurde von der 1. und 2. Vorsitzenden, zwei Delegierten und insgesamt vier Gästen vertreten.

BDT 2017

Neben den Rechenschaftsberichten der Präsidentin Martina Klenk, den Präsidiumsmitgliedern und der Geschäftsstelle gaben die unabhängigen Sachverständigen P. Gruber und C. Frey einen Überblick über die Arbeit des letzten Jahres.

Der Haushalt 2016 wurde verabschiedet und ein Überblick über die Haushaltslage 2017 gegeben. Dem Hebammenverband stehen in den nächsten Jahren große Herausforderungen bevor, welche sich auch in den steigenden Kosten bemerkbar machen. Um den Haushalt konsolidieren zu können, wird die Steigerung des Mitgliedsbeitrags ab 01.01.2018 unumgänglich. Der Haushalt 2017 ebenso wie die Beitragssteigerung wurde am letzten Tag der BDT vRückblick auf den Tourstop des Info- Bus des DHV am 13.09.2017 in Potsdam

Auch die Vorbereitung der Veranstaltung in Potsdam war ziemlich arbeits- und zeitaufwendig, trotz der intensiven Unterstützung und Beratung durch die Presseabteilung des DHV und die Firma „Wegewerk“.
Materialien wie Handzettel, Flyer, Plakate und Veranstaltungseinladungen mussten gedruckt und vor allem verteilt werden, um möglichst viele Leute aus Potsdam sowie dem Umland anzusprechen und für die Kampagne- Veranstaltung zu interessieren.

DHV-Bustour


Bundestagskandidaten bzw. –innen musste für die Sache angesprochen und für eine Beteiligung motiviert werden.
Als kleines „Bonbon“ für die Besucher der Veranstaltung haben wir uns in Gestalt des historischen „Kaffee- Mobil“, etwas Besonderes ausgesucht und im zweiten Anlauf auch bekommen.
Ansonsten waren wir gut mit den unterschiedlichsten Kampagne- Materialien ausgestattet. Seitens der Teilnehmer der Veranstaltung wurden diese gut angenommen.
All die Mühen haben sich letztlich ausgezahlt. Sogar das Wetter, welches noch am Vormittag regnerisch und windig war, hat zu Veranstaltungsbeginn umgeschlagen.
Pünktlich um 15 Uhr hatten wir Sonne und Wind.
Wir konnten viele nette Menschen an unserem Tour-Stand auf dem Alten Markt begrüßen. Durch die räumliche Nähe des Landtages, kamen noch einige Abgeordnete dazu, um mit uns über die Versorgung mit Hebammenhilfe in Brandenburg zu sprechen.
An unserer Podiumsdiskussion am Stand auf dem Alten Markt haben sich die Bundestagskandidatinnen Jana Schimke (CDU), Linda Teuteberg (FDP), Kerstin Kühn (Die Linke), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Martina Schulze (Hebammenverband Brandenburg) beteiligt. Die Moderatorin hat Kerstin Lehmstedt vom RBB Radio Eins übernommen.
Die zahlreichen Karten „Meine Frage an die Politik“ der Veranstaltungsbesucher wurden an die Politikerinnen weitergeleitet.
Jetzt sind wir gespannt, wie die Fragen und Anregungen an die Politik nach der Bundestagswahl berücksichtigt und umgesetzt werden.
Nach all den Aufregungen in der Vorbereitung, war der Tour Tag in Potsdam ein Erfolg .
Pünktlich zum Ende der Veranstaltung bekamen wir einen kräftigen Regenschauer mit anschließendem Regenbogen!

Auf diesem Weg nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung des Kampagnetages in Potsdam unterstütz haben.

Wie geht es weiter in 2017?

Was wird mit dem Hebammenberuf? Wie können wir die Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe auch Zukunft gewährleisten? Die Berufshaftpflicht, besonders für die Kolleginnen mit außerklinischer Geburtshilfe, ist weiter gestiegen wird im nächsten Jahr weiter steigen. Natürlich ist der Sicherstellungszuschlag ein erster Lösungsansatz, doch das Problem ist damit nicht aus der Welt. Die in der Klinik angestellten Hebammen arbeiten weiter am Limit. Laut Befragung von 2015 ist es eher Normalität, wenn sie 2-3 Frauen gleichzeitig in ihrem Dienst betreuen, keine Pausen machen können und viele Überstunden angehäuft haben. Dennoch setzen sie all ihre Kraft, ihr Wissen und Können dafür ein, den Gebärenden empathisch zur Seite zu stehen und trotz der schwierigen Bedingungen gute Geburtshilfe zu leisten. Das macht mich ärgerlich und wütend, wie viele Hebammen. Wir müssen die Dinge angehen. Dafür braucht es Ideen und Taten aller Kolleginnen auch in unserem Land.

Schwerpunktthemen auf Bundesebene sind:
  • Umsetzung der geplanten Strukturveränderungen, einschließlich Satzungsänderung und Überarbeitung der Ethik für Hebammen; Stärkung des Deutschen Hebammenverbandes nach innen und außen
  • Fortsetzung der Kampagne zur Verbesserung der Versorgung mit Hebammenhilfe (im klinischen und außerklinischen Bereich), Förderung der normalen Geburt und Stärkung des Berufsstandes der Hebammen
  • Fortführung der Verhandlungen mit dem GKV- Spitzenverband, um weiter bestehende Unklarheiten aus dem derzeitigen Vergütungsvertrag mit den Krankenkassen zu beseitigen (z.B. Ausschlusskriterien; Sicherstellungszuschlag; Rechnungskürzungen)
  • Unterstützung der in den Kliniken angestellten Hebammen in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen (Verbesserung des Personalschlüssels; höhere Vergütung- höhere Einstufung TVöD)
  • Akademisierung der Hebammenausbildung bis 2020
  • Die Berufshaftpflicht ist in diesem Jahr um weitere 9% gestiegen auf 6.843€ jährlich und ab 01.07.2017 wird sie um über 11% steigen auf 7. 639€ jährlich für Hebammen mit außerklinischer Geburtshilfe ohne Vorschäden. Das heißt, wir haben, zwar zu einem hohen Preis, Planungssicherheit bis 30.06.2018.
  • Die Einführung von QM ist und bleibt weiterhin ein wichtiges Thema aller freiberuflichen Hebammen. Seit Mai dieses Jahres müssen die Kolleginnen nachweisen können, dass sie sich mit dem Thema befasst und eine entsprechende Dokumentation angefangen haben zu erstellen. Stichproben seitens der Krankenkassen sind jetzt möglich.
Schwerpunktthemen auf Landesebene sind:
  • Wegen die anstehenden Strukturveränderungen im DHV und in den Landeverbänden gab es in diesem Jahr 2 Mitgliederversammlungen sowie eine gesonderte Rundmail zur Darstellung der möglichen Varianten; nach eingehender Befassung mit dem Thema und intensiver Diskussion haben sich die anwesenden Kolleginnen tendenziell für das Mitgliedermodell ausgesprochen
  • Maßnahmen zum Erhalt des Berufstandes und zur Sicherung der Hebammenversorgung im Flächenland Brandenburg sind weiterhin Thema. Mit Unterstützung der Gesellschaft "Gesundheit Berlin- Brandenburg" arbeiten wir weiter an der Förderung der normalen Geburt und des Stillens. Der Landesverband macht das Problem des relativen Hebammenmangels weiter publik und sucht nach Lösungswegen. Wer kann wie mit wem etwas dafür tun?

Online-Hebammenliste

Ab sofort gibt es über unsere Postkarte mit QR- Code die Verbindung zur Online-Hebammenliste auf unserer Webpage www.hebammen-brandenburg.de.

Wie wertvoll ist Deine Hebamme für Dich?

Link zum Film "Wie wertvoll ist Deine Hebammen für Dich?"- eine einfache Frage, die schwer zu beantworten ist. www.hebammenverband.de

Links zur Versorgung von Flüchtlingsfrauen mit Hebammenhilfe

DHV- Website „Hebammen für Geflüchtete
Material von Pro Familia
Material DHV, Berliner Hebammenverband

Still- Pilger- Tour von Potsdam nach Groß Kreutz

Am 15. September 2015 sind Hebammen und junge Eltern mit ihren Kindern von Potsdam bzw. von Werder/ Havel nach Groß Kreutz gepilgert, um auf die Bedeutung sowie Vereinbarkeit von Stillen und Berufstätigkeit aufmerksam zu machen.
Auf dem Weg nach Werder machten sie Zwischenstation an der UNI Potsdam, die auf Grund der vielen Studentinnen öfter mit stillenden Müttern und deren Bedürfnissen konfrontiert ist. Deshalb wurde dort der relativ spontane Besuch sehr positiv aufgenommen und stolz die Erfahrungen der Verbindung von Berufstätigkeit (hier Studium) und Stillen präsentiert.
Am Ende der Tour trafen sich alle Beteiligten in der Firma Werder Frucht in Groß Kreutz.
Das familienfreundliche Unternehmen ist dem Thema Berufstätigkeit und Stillen gegenüber ebenfalls sehr aufgeschlossen.

So erhielt Werder Frucht aus den Händen der Stillbeauftragten und der Landesvorsitzenden des Brandenburger Hebammenverbandes die Anerkennungsurkunde als stillfreundliches Unternehmen.
Hier noch ein paar Bilder zu diesem besonderen Tag in Vorbereitung der Weltstillwoche.

Hebammenverband-Brandenburg-Still-Pilger-Tour

Krankenkassen unterlaufen Willen des Gesetzgebers

Berlin, 20.02.2015

Freie Wahl des Geburtsortes soll künftig massiv eingeschränkt sein.
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern in den aktuellen Verhandlungen mit den Hebammenverbänden Ausschlusskriterien für Hausgeburten und verweigern Frauen die Bezahlung der Hausgeburt, sobald diese vorliegen. Diese Ausschlusskriterien sind bisher nicht wissenschaftlich belegt. Zudem sollen Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanziert werden. Die Kassen fordern, beispielsweise auch die Überschreitung des errechneten Geburtstermins als Ausschlusskriterium für eine Hausgeburt zu definieren – davon ist allein schon die Hälfte aller Schwangeren betroffen. So wird faktisch ein Großteil der Hausgeburten künftig als private Leistung definiert. Das schränkt die freie Wahl des Geburtsortes für Frauen und ihr Selbstbestimmungsrecht massiv ein. Der Deutsche Hebammenverband hat deshalb heute die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu diesem Punkt unterbrochen. Er fordert von den Krankenkassen die Entscheidungsfreiheit von Frauen bei der Wahl des Geburtsortes als Vertragsgrundlage anzuerkennen und auch künftig zu erhalten. Frauen darf weder das Recht noch die Kompetenz zur Mitsprache abgesprochen werden.

Die Forderung nach einem mündigen Patienten, der informierte Entscheidungen selbst trifft, gilt damit bei der Wahl des Geburtsortes nicht mehr. Den Frauen wird von den Kassen unterstellt, nicht selbst die beste Wahl für sich und ihr Kind treffen zu können. Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. meint dazu: „Seit wann bestimmen Krankenkassen über Frauen und ihre Kinder? Das ist anmaßend. Die Kassen überschreiten ihre Kompetenzen.“

Die Verträge zur Einführung eines Qualitätsmanagements können damit nicht abgeschlossen werden. Für die Hebammen bedeutet dies, dass sie vorerst auf eine dringend notwendige fünfprozentige Vergütungssteigerung verzichten müssen. Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied im DHV und Verhandlungsführerin meint dazu: „Wir Hebammen lassen uns von den Krankenkassen nicht erpressen. Wir verkaufen unsere Frauen nicht.“ Auch die Einführung des Sicherstellungszuschlags im Juli ist damit offen, da davor ein Qualitätsmanagementsystem vertraglich vereinbart sein muss. Der Willen des Gesetzgebers, die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe zu erhalten, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten und die Hausgeburten besonders zu schützen wird damit von den Krankenkassen unterlaufen.

Der Hebammenverband protestiert gegen dieses Vorgehen zusammen mit Frauen, Eltern und weiteren Unterstützern unter www.unsere-hebammen.de/meine-entscheidung unter dem Motto #MeineGeburtMeineEntscheidung.
Zum Hintergrund: Hebammen arbeiten in Geburtshäusern bereits seit Jahren mit Ausschlusskriterien. Diese gelten jedoch medizinisch nicht als evidenzbasiert. Der für Geburtshäuser gültige Vertrag bezieht deshalb den Willen der Frau in die Entscheidung, wo die Geburt des eigenen Kindes stattfinden soll, mit ein. Die gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten, indem sie alle Formen der Geburtshilfe vergüten. Dies soll nun aufgeweicht werden.

Abschluss erster Fortbildungsgang Hebammen zu Familienhebammen

Nach ca. 1 ¾ Jahren wurde am 07.10.2014 in einem Raum der Fachhochschule Potsdam der erste Fortbildungsgang für Brandenburger Hebammen zur Familienhebamme beendet. Elf Kolleginnen erhielten ihr Zertifikat aus der Hand von Bärbel Derksen und Julia Klein vom Kompetenzzentrum Frühe Hilfen am Familienzentrum Potsdam. Frau Derksen und Frau Klein waren die maßgeblichen Organisatorinnen der Fortbildungsveranstaltung, die allen Teilnehmerinnen besonders zur Bindungstheorie, zu Kommunikation, Stärkung der Elternkompetenz, Netzwerkarbeit sowie Rechtsfragen im Bereich Frühe Hilfen neues Wissen und interessante Anregungen gebracht hat.

Familienhebammen

Als Gäste waren anwesend: Frau Elke Wagner vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, welches die Fortbildung aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen und Familienhebammen finanziert hat. Desweiteren gratulierte auch Prof. Dr. Staats als Leiter des Familienzentrums den Kolleginnen. Frau Wischer von den “Potsdamer Neuesten Nachrichten” nahm ebenfalls an der Abschlussveranstaltung teil, um mit einem Artikel auf dieses Ereignis hinzuweisen. Nach anfänglicher Skepsis verlassen die “frischgebackenen” Familienhebammen mit Tatendrang und Elan den knapp 300-stündigen Fortbildungsgang. Bleibt zu hoffen, dass sich bald akzeptable Möglichkeiten für den praktischen Einsatz der Familienhebammen ergeben. Das erworbene Wissen wird allen nützlich sein, gerade in der originären Hebammenarbeit. Jederzeit und überall kann es zum Zusammentreffen mit Familien mit besonderem Bedarf kommen. Um weiterhin auf dem Laufenden zu bleiben, bietet das Kompetenzzentrum/Familienzentrum den Kolleginnen weiterhin die Möglichkeit, die Kenntnisse zu unterschiedlichen Themen der Frühen Hilfen weiter zu vertiefen bzw. Supervision in Anspruch zu nehmen.
Abschließend auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön an alle, die den Hebammen diese Fortbildung ermöglicht haben, einschließlich deren Familien. Es war nicht leicht für die Kolleginnen, sich die Fortbildungstage frei zu halten, Vertretung für die Betreuung der Schwangeren bzw. Wöchnerinnen und sowie Kinderbetreuung zu organisieren. 

 

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