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Hebammen Verband Brandenburg e.V.

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Hebammenpolitik

Die politischen Aktivitäten des Hebammenverbandes im Land Brandenburg widerspiegeln die Situation in den anderen Bundesländern. Seit Anfang 2012 geht es in besonderem Maße um die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetztes und die Einbindung der Familienhebammen im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes zum Wohl der Kinder. Dabei ist es uns wichtig für die Familienhebammen möglichst einheitliche, angemessene Arbeitsbedingungen und eine ebensolche Bezahlung zu erreichen. Die Gespräche mit Vertretern der zuständigen Ministerien laufen noch immer, doch eines ist schon sicher, es wird kein landeseinheitliches Modell für den Familienhebammeneinsatz geben. Der Fortbildungslehrgang für Hebammen zur Familienhebamme sowie der „Auffrischungskurs“ für schon ausgebildete Familienhebammen kann nicht mehr in diesem Jahr beginnen. Dafür wird es für derzeit aktive Familienhebammenkolleginnen im Dezember eine Möglichkeit zur Supervision in Potsdam geben.

Der Kampf für eine bessere Vergütung, besonders der freiberuflich tätigen Kolleginnen, hat erste Früchte getragen mit der Erhöhung der Vergütung für außerklinische Geburten und Beleggeburten, der Erhöhung der Betriebskostenpauschale für die Geburtshäuser sowie einer kleinen Zulage bei der Wochenbettbetreuung. Die Klinikhebammen werden mehr in den Focus der Aktivitäten des Verbandes rücken. Auch hier besteht eine Diskrepanz zwischen der verantwortungsvollen Tätigkeit im Kreißsaal, dem enormen Arbeitsumfang und meist nicht adäquater Bezahlung.

Alles, was wir als Hebammenverband tun, soll letztlich zu einer guten Betreuung der Schwangeren, Gebärenden, Wöchnerinnen und ihrer Babys führen. Ihre Wünsche und Bedürfnisse sollen weitgehend erfüllt werden. Dabei gelten Slogans wie „Hebammen wissen Bescheid“ und „Das Normale ist das Besondere“ mehr denn je. Falls Sie als Hebamme mehr wissen möchten, was hebammenpolitisch läuft, besuchen Sie gern unsere Verbandsveranstaltungen, lesen Sie im „Hebammenforum“ und auf unserer Homepage nach.

Für Informationen zu bundesweiten Aktivitäten, nutzen Sie bitte den folgenden Link.
http://www.hebammenverband.de

Entwicklung Verbandsarbeit Landesverband Brandenburg 2017- Rückblick mit Ausblick

Wie geht es weiter mit dem Hebammenberuf? Wie kann die Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe jetzt und in Zukunft gewährleisten werden? Auch im Land Brandenburg steigen seit 2015 die Geburtenzahlen sowie der Betreuungsbedarf bei etwa gleichbleibender Anzahl von Hebammen, angestellt und freiberuflich, mit oder ohne Geburtshilfe (bei Hausgeburtshilfe deutlicher Rückgang des Angebots!!!). Die Berufshaftpflicht, besonders für die Kolleginnen mit außerklinischer Geburtshilfe, ist bis 2020 gesichert, liegt derzeit bei rund 7.600€ und wird weiter steigen bis auf etwa 9.100€ in 2020 (ohne Vorschäden). Dabei beträgt die Deckungssumme für Personenschäden jetzt 7,5 Mill. € (vorher 6 Mill. €) und ab Juli 2018 liegt sie bei 10Mill. €. Natürlich ist der Sicherstellungszuschlag ein erster Lösungsansatz, doch das Problem ist damit nicht aus der Welt. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) plädiert weiter für eine Fondsregelung mit Haftungsobergrenzen bzw. eine Regelung vergleichbar der Gesetzlichen Unfallversicherung. Auch 2017 arbeiten die in der Klinik angestellten Hebammen weiter am Limit. Laut Befragung von 2015 ist es eher Normalität, wenn sie 2-3 Frauen gleichzeitig in ihrem Dienst betreuen, keine Pausen machen können und viele Überstunden angehäuft haben. Dennoch setzen sie all ihre Kraft, ihr Wissen und Können dafür ein, den Gebärenden empathisch zur Seite zu stehen und trotz der schwierigen Bedingungen gute Geburtshilfe zu leisten. Der Schiedsstellenbeschluss von Anfang September 2017 erschwert die Arbeit der Beleghebammen durch neue Regelungen. Trotz intensiver Bemühungen des DHV konnte die Situation hier nicht entschärft werden. Jetzt sind die betroffenen Kolleginnen gezwungen, ihre Tätigkeit an die neuen Bedingungen anzupassen, um einerseits die Vorgaben der Krankenkassen zu erfüllen, andererseits die Frauen weiter gut betreuen zu können und dabei ihr Einkommen zu sichern. Das ist ärgerlich und macht wütend. Wir müssen die Dinge angehen. Dafür braucht es Ideen und Taten aller Kolleginnen auch in unserem Land.

Schwerpunktthemen auf Landesebene sind:

1. Wegen der anstehenden Strukturveränderungen einschließlich Verschmelzung der Landesverbände mit dem DHV sowie der bevorstehenden Akademisierung der Hebammenausbildung gab es auch in diesem Jahr zwei Mitgliederversammlungen. Bei unserem Mitgliedertreffen am 7.9.17 haben wir uns erneut mit den strukturellen Veränderungen auf Bundes- und Landesebene beschäftigt und das positive Votum der Bundesdelegiertentagung vorausgesetzt, vorbereitende Maßnahmen zur Verschmelzung angedacht. Um mit dem "Dachverband" zu verschmelzen wird es Anfang März 2018 eine Mitgliederversammlung geben.

2. Maßnahmen zum Erhalt des Berufstandes und zur Sicherung der Hebammenversorgung im Flächenland Brandenburg sind weiterhin Thema. Nach unserer erfolgreichen Kampagne- Veranstaltung am 13.09.2017 auf dem Alten Markt in Potsdam werden wir jetzt die Kontakte zu den gewählten Bundestagskandidaten/innen vertiefen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenhilfe zu befördern.

3. Mit Unterstützung der Gesellschaft "Gesundheit Berlin- Brandenburg" arbeiten wir weiter an der Förderung der normalen Geburt und des Stillens. Dazu gab es am 08.11.2017 in Potsdam einen interprofessionellen Workshop. Im Mai/Juni 2018 wird ein entsprechender Fachtag folgen, der zu Handlungsempfehlungen und Modellprojekten führen soll. Das Problem des relativen Hebammenmangels weiter wird unsererseits weiter publik gemacht und nach Lösungswegen gesucht. Eine regelmäßige statistische Datenerhebung über den Bedarf an Hebammenversorgung ist eine Forderung seitens unseres Landesverbandes. Im Rahmen der Sicherstellung der medizinischen Versorgung, besonders in den ländlichen Regionen, sollte auch die Versorgung mit Hebammenhilfe berücksichtigt werden.

4. Unterstützung der Kolleginnen bei der Umsetzung der Forderungen der Krankenkassen zur Durchführung von QM sowie Förderung von QM- Zirkeln ist uns wichtig, denn ab Januar 2018 wird es diesbezüglich Kontrollen seitens der Krankenkassen geben.

Bericht der Brandenburger Delegierten und Gäste von der BDT 2017

Vom 21.- 24.11.2017 fand in Berlin die Bundesdelegiertentagung des DHV statt. Unser Landesverband wurde von der 1. und 2. Vorsitzenden, zwei Delegierten und insgesamt vier Gästen vertreten.

BDT 2017

Neben den Rechenschaftsberichten der Präsidentin Martina Klenk, den Präsidiumsmitgliedern und der Geschäftsstelle gaben die unabhängigen Sachverständigen P. Gruber und C. Frey einen Überblick über die Arbeit des letzten Jahres.

Der Haushalt 2016 wurde verabschiedet und ein Überblick über die Haushaltslage 2017 gegeben. Dem Hebammenverband stehen in den nächsten Jahren große Herausforderungen bevor, welche sich auch in den steigenden Kosten bemerkbar machen. Um den Haushalt konsolidieren zu können, wird die Steigerung des Mitgliedsbeitrags ab 01.01.2018 unumgänglich. Der Haushalt 2017 ebenso wie die Beitragssteigerung wurde am letzten Tag der BDT von den Delegierten beschlossen.

Rechtsanwalt Hirschmüller von der Rechtsstelle berichtete über den Schiedsstellenbeschluss vom September dieses Jahres. Das Ergebnis ist uns allen bekannt und mit den Konsequenzen müssen wir uns leider arrangieren. Die Frage, die alle bewegt, ist: Wie kann eine bessere Stimmengewichtung erreicht werden, in Anbetracht der Tatsache, dass ein zahlenmäßig kleiner Berufsverband wie der BfHD mit etwa 1.000 Mitgliedsfrauen (ausschließlich in der Freiberuflichkeit) ebenso viel Stimmgewicht hat wie der DHV mit über 19.000 Mitgliedern (in angestellter und freiberuflicher Tätigkeit mit und ohne Geburtshilfe)?

Unsere zukünftigen Kolleginnen, die WeHen, gaben uns Einblick in ihre Arbeit. Toll, zu sehen, welch engagierte Kolleginnen wir erwarten dürfen!

Telse Dieberitz, BGW-Beauftragte und 82 Jahre alt(!), verabschiedete sich mit einem Rückblick auf ihre BGW-Geschichte aus dem Amt. Voller Respekt und Hochachtung für ihre geleistete Arbeit wurde sie von der BDT mit stehendem Applaus in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Der DHV hatte in den letzten Monaten zum Wettbewerb "Wir haben etwas verändert" für Kreißsaalteams aufgerufen. Drei Kreißsäle haben gewonnen und konnten während der BDT die Preise von Susann Steppat nach einer kurzen Präsentation in Empfang nehmen. Die Gewinnerinnen waren die Kreißsaalteams des Vivantes Auguste- Viktoria- Klinikums in Berlin (leitende Hebamme: Claudia Rheinbay), des Harzklinikums DCE in Wernigerode (leitende Hebamme: Sybille Lentge) und des St. Elisabeth-Krankenhauses in Leipzig (leitende Hebamme: Sylvie Göttsche). Es war wunderbar zu hören und zu sehen, mit wieviel Engagement und Freude die Kolleginnen sich trotz der anstrengenden Arbeit ins Zeug legen und nach Wegen zur Arbeitserleichterung suchen. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen!

Martina Klenk, acht Jahre Präsidentin des DHV, wurde mit einer Überraschungstanzparty verabschiedet. Es war ein toller Abend. Wir danken ihr für ihre geleistete Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute!

Die Tage der BDT waren geprägt von der Bewerbung und Vorstellung der Kandidatinnen für das Amt der Präsidentin, für das Amt der 1. Schriftführerin und der Beauftragten für internationale Arbeit. Am letzten Tag wurde über die Besetzung der vorgenannten Ämter abgestimmt. Ulrike Geppert-Orthofer wurde im 1. Wahlgang mit eindeutiger Mehrheit zur neuen Präsidentin des DHV gewählt. Jana Fischer- Meinig wurde im Amt als Schriftführerin bestätigt, ebenso Lisa Welcland als Beauftragte für internationale Arbeit. Da Katharina Jeschke ihr Amt als Beirätin für den freiberuflichen Bereich niedergelegt hat, wurde dieses Amt kommissarisch besetzt. Daniela Erdmann stellte sich erfreulicher Weise bis zur hoffentlich schnellen Neubesetzung zur Verfügung und wurde von der BDT gewählt. Die Stelle wird nun ausgeschrieben. Allen Funktionsträgerinnen wünschen wir viel Kraft, Mut und Freude bei der Ausübung ihres Amtes! Herzlichen Glückwunsch!

Natürlich waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Anträge zu bearbeiten, zu hinterfragen und am Ende abzustimmen. Neben den Stellenanpassungen für die Schatzmeisterin und die Schriftführerin, der Mitgliedsbeitragserhöhung und einer Entgeltordnung für Angestellte des DHV ist es endlich gelungen, eine Ethik für Hebammen zu verabschieden! Der Text dieser Ethik, welcher sich jede Kollegin hoffentlich verpflichtet fühlt, wird sicherlich demnächst über den DHV veröffentlicht.

Auch in diesem Jahr war ein ganzer Tag wieder dem Strukturprozess mit der Satzung, der Finanzordnung und den verschiedenen Geschäftsordnungen sowie den Verschmelzungsverträgen gewidmet. Am Ende des Tages war klar, das noch zu viele ungeklärte Fragen vorhanden sind, besonders in Bezug auf die Satzung. Deshalb wurde beschlossen, dass am 22.3.2018 eine außerordentliche BDT in Fulda stattfinden wird, auf welcher die Delegierten über die Satzung abstimmen werden. Noch ist das Ziel der Verschmelzung der einzelnen Landesverbände zum 01.01.2019 erreichbar!

Es war viel Arbeit! Im Vorfeld waren durch uns Delegierte reichlich Akten zu studieren und durchzuarbeiten. Vier Tage intensives Zuhören, diskutieren, Entscheidungen finden und fällen. Viele Gespräche, viel sitzen, wenig Bewegung. Aber es war spannend. Es war bereichernd. Und es war erschöpfend.

Beatrice Manke, Elke Gutzmer für die Delegierten und Gäste

„Ein Versuch- Mitgliederversammlung und Landestagung an einem Tag“

Am 7. September haben wir unsere 2. Mitgliederversammlung/ Landestagung 2017 im Tagungshaus BlauArt in Potsdam durchgeführt. Auf Wunsch der Mitgliedsfrauen unternahmen wir den Versuch, beide Veranstaltungen an einem Tag durchzuführen mit einer „Mini- Industriemesse“.

Mitgliederversammlung


Die Resonanz war akzeptabel, doch für 2018 haben wir uns entschieden, wieder die „klassische“ Variante zu nutzen.
In Abhängigkeit von den Beschlüssen der BDT im November 2017 haben wir um den 8. März 2018 die Mitgliederversammlung in Potsdam zur Umsetzung der Strukturveränderungen auf Landesebene geplant.
Die zweite Mitgliederversammlung mit Landestagung am Folgetag ist für den 11./12.10.2018 in Potsdam oder Burg im Spreewald vorgesehen. Die Anfragen für alle Veranstaltungen laufen noch.
Nun zurück zu unserer Veranstaltung vom 7.9.17 in Potsdam.
Ab 08.30 Uhr konnten die Kolleginnen ankommen, sich mit Getränken und einem kleinen Imbiss stärken, sich austauschen und einen ersten Blick auf die Stände der Aussteller werfen.
Von 09.00- 13.00 Uhr haben wir uns mit vereinsrechtlichen Formalien, der Fortführung der Maßnahmen zur Strukturveränderung, dem „Kampagne- Tag“ am 13. September und den nächsten Terminen für 2017/2018 beschäftigt.
Die Kolleginnen hatten die Gelegenheit, die Vorstandsfrauen, besonders die beiden Vorsitzenden, auf der Grundlage der vorab verschickten Tätigkeitsberichte zu deren Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene in der Zeit von Oktober 2016 bis September 2017 zu befragen.
Der Haushalt 2016 wurde abgeschlossen und der Vorstand entlastet. Der Stand des laufenden Haushalts 2017 sowie die Haushaltsplanung 2018 wurden vorgestellt und beschlossen. Für die BDT vom 21.- 24.11.2017 haben wir neben den schon gewählten 4 Delegierten noch 5 Gastfrauen bestimmen können. Das freut uns sehr.
Nach der Mittagspause konnten wir einen interessanten Vortrag zu Thema „CTG“ von Ulrike Harder hören und anhand von Praxisbeispielen unser Wissen testen bzw. festigen.
Die ursprünglich geplante Referentin, Patricia Gruber, war aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ausgefallen. Zum Glück konnte Frau Harder einspringen. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön von uns Vorstandsfrauen und den Brandenburger Kolleginnen.
Gegen 17.00 Uhr endete unsere erste und vielleicht vorerst letzte Mitgliederversammlung/ Landestagung an einem Tag.
Abschließend ein herzliches Dankeschön an alle Brandenburger Mitgliedsfrauen für die geleistete engagierte Arbeit, für Anregungen sowie Unterstützung in der hebammenpolitischen Arbeit im Land.
Mein besonderer Dank geht an die Potsdamer Kolleginnen, welche sich bei der Vorbereitung und Durchführung der Kampagne- Maßnahme am 13.09.2017 auf dem Alten Markt in Potsdam mit eingebracht haben.

Martina Schulze
Landesvorsitzende

„Unsere etwas andere Mitgliederversammlung“

Am 5. Mai, dem Internationalen Hebammentag, haben wir in unserem Landesverband mit guter Beteiligung eine besondere Mitgliederversammlung in Schwerin am Teupitzsee in der Nähe von Königs Wusterhausen durchgeführt.
Bei „durchwachsenem“ Wetter haben wir uns am Wiesencafe‘ am Ort getroffen, um zunächst per Floß (zum Glück geschlossen mit Überdachung) die herrliche Seen- Landschaft dieser Region zu sehen und zu genießen. Während unserer kleinen Seefahrt gab es für die Kolleginnen die Möglichkeit bei einem Imbiss sowie warmen Getränken sich auszutauschen und über die Zukunft der Hebammenausbildung zu informieren.

Mitgliederversammlung


Unsere Mitgliedsfrau Prof. Dr. Dorothea Tegethoff, die an der Evangelischen Hochschule Berlin in der dort stattfindenden dualen Bachelor- Ausbildung von Hebammen tätig ist.
Das war sehr interessant. Zum einen konnten die anwesenden Hebammen erfahren, womit sich die angehenden Kolleginnen während ihres Studiums befassen und in welchem Umfang was vermittelt wird. Zum anderen konnten sie erfahren, welche Möglichkeiten es gibt für „Schon- Hebammen“ mit Fachschulausbildung, einen Bachelor- Abschluss zu erwerben.
Auch konnten Bedenken wegen der Anerkennung der „alten“ Hebammenausbildung und der Chance auf weitere Berufsausübung zerstreut werden, ebenso wie die Sorge als „Hebamme 2. Klasse“ wahrgenommen und bezahlt zu werden.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Regierungen der Bundesländer, auch Brandenburgs, die Notwendigkeit der Umstrukturierung der Hebammenausbildung erkennen und möglichst bald in Angriff nehmen. Auch die anwesenden Brandenburger Hebammen fanden es sehr bedauerlich, dass Deutschland das letzte Land in Europa ist ohne akademisierte Hebammenausbildung. So wird Kolleginnen, die im Ausland als Hebamme arbeiten möchten, diese Möglichkeit genommen bzw. deutlich erschwert. Falls die Festlegungen der EU bis Anfang 2020 nicht umgesetzt werden, drohen Deutschland Vertragsstrafen. Das muss nicht sein!
Nach unserer etwa 2-stündigen Rundfahrt über die Seen rund um Schwerin trafen wir uns für etwa 2 weitere Stunden im Wiesencafe‘.
Dort erhielten die Mitgliedsfrauen von den beiden Vorsitzenden einen Überblick über hebammenpolitische Aktivitäten im Land sowie einen Abriss über Stand und Fortführung der Strukturreform im DHV sowie seiner Landesverbände.
Schwerpunkte im Land sind weiterhin der Hebammenmangel im klinischen und außerklinischen Bereich sowie der nächsten Termine für Mitgliederversammlung mit Landestagung am 7. September, die Kampagne- Veranstaltung am 13.09.2017 von 15.00- 17.00 Uhr in Potsdam vor dem Landtag sowie die Fortbildung zu Infektionen und Reanimation von Neugeborenen/ Säuglingen Mitte Oktober 2017 in Potsdam.
Beim anschließenden deftigen Mittagessen gab es erneut die Möglichkeit zum kollegialen fachlichen Austausch.
Gegen 14.30 Uhr traten die Kolleginnen nach ihrer Einschätzung „doppelt gestärkt“ die Heimreise an.
Abschließend ein herzliches Dankeschön an alle Brandenburger Kolleginnen für die geleistete engagierte Arbeit, für Anregungen sowie Unterstützung in der hebammenpolitischen Arbeit im Land.

Martina Schulze
Landesvorsitzende

Rückblick auf den Tourstop des Info- Bus des DHV am 13.09.2017 in Potsdam

Auch die Vorbereitung der Veranstaltung in Potsdam war ziemlich arbeits- und zeitaufwendig, trotz der intensiven Unterstützung und Beratung durch die Presseabteilung des DHV und die Firma „Wegewerk“.
Materialien wie Handzettel, Flyer, Plakate und Veranstaltungseinladungen mussten gedruckt und vor allem verteilt werden, um möglichst viele Leute aus Potsdam sowie dem Umland anzusprechen und für die Kampagne- Veranstaltung zu interessieren.

DHV-Bustour


Bundestagskandidaten bzw. –innen musste für die Sache angesprochen und für eine Beteiligung motiviert werden.
Als kleines „Bonbon“ für die Besucher der Veranstaltung haben wir uns in Gestalt des historischen „Kaffee- Mobil“, etwas Besonderes ausgesucht und im zweiten Anlauf auch bekommen.
Ansonsten waren wir gut mit den unterschiedlichsten Kampagne- Materialien ausgestattet. Seitens der Teilnehmer der Veranstaltung wurden diese gut angenommen.
All die Mühen haben sich letztlich ausgezahlt. Sogar das Wetter, welches noch am Vormittag regnerisch und windig war, hat zu Veranstaltungsbeginn umgeschlagen.
Pünktlich um 15 Uhr hatten wir Sonne und Wind.
Wir konnten viele nette Menschen an unserem Tour-Stand auf dem Alten Markt begrüßen. Durch die räumliche Nähe des Landtages, kamen noch einige Abgeordnete dazu, um mit uns über die Versorgung mit Hebammenhilfe in Brandenburg zu sprechen.
An unserer Podiumsdiskussion am Stand auf dem Alten Markt haben sich die Bundestagskandidatinnen Jana Schimke (CDU), Linda Teuteberg (FDP), Kerstin Kühn (Die Linke), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Martina Schulze (Hebammenverband Brandenburg) beteiligt. Die Moderatorin hat Kerstin Lehmstedt vom RBB Radio Eins übernommen.
Die zahlreichen Karten „Meine Frage an die Politik“ der Veranstaltungsbesucher wurden an die Politikerinnen weitergeleitet.
Jetzt sind wir gespannt, wie die Fragen und Anregungen an die Politik nach der Bundestagswahl berücksichtigt und umgesetzt werden.
Nach all den Aufregungen in der Vorbereitung, war der Tour Tag in Potsdam ein Erfolg .
Pünktlich zum Ende der Veranstaltung bekamen wir einen kräftigen Regenschauer mit anschließendem Regenbogen!

Auf diesem Weg nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung des Kampagnetages in Potsdam unterstütz haben.

Wie geht es weiter in 2017?

Was wird mit dem Hebammenberuf? Wie können wir die Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe auch Zukunft gewährleisten? Die Berufshaftpflicht, besonders für die Kolleginnen mit außerklinischer Geburtshilfe, ist weiter gestiegen wird im nächsten Jahr weiter steigen. Natürlich ist der Sicherstellungszuschlag ein erster Lösungsansatz, doch das Problem ist damit nicht aus der Welt. Die in der Klinik angestellten Hebammen arbeiten weiter am Limit. Laut Befragung von 2015 ist es eher Normalität, wenn sie 2-3 Frauen gleichzeitig in ihrem Dienst betreuen, keine Pausen machen können und viele Überstunden angehäuft haben. Dennoch setzen sie all ihre Kraft, ihr Wissen und Können dafür ein, den Gebärenden empathisch zur Seite zu stehen und trotz der schwierigen Bedingungen gute Geburtshilfe zu leisten. Das macht mich ärgerlich und wütend, wie viele Hebammen. Wir müssen die Dinge angehen. Dafür braucht es Ideen und Taten aller Kolleginnen auch in unserem Land.

Schwerpunktthemen auf Bundesebene sind:
  • Umsetzung der geplanten Strukturveränderungen, einschließlich Satzungsänderung und Überarbeitung der Ethik für Hebammen; Stärkung des Deutschen Hebammenverbandes nach innen und außen
  • Fortsetzung der Kampagne zur Verbesserung der Versorgung mit Hebammenhilfe (im klinischen und außerklinischen Bereich), Förderung der normalen Geburt und Stärkung des Berufsstandes der Hebammen
  • Fortführung der Verhandlungen mit dem GKV- Spitzenverband, um weiter bestehende Unklarheiten aus dem derzeitigen Vergütungsvertrag mit den Krankenkassen zu beseitigen (z.B. Ausschlusskriterien; Sicherstellungszuschlag; Rechnungskürzungen)
  • Unterstützung der in den Kliniken angestellten Hebammen in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen (Verbesserung des Personalschlüssels; höhere Vergütung- höhere Einstufung TVöD)
  • Akademisierung der Hebammenausbildung bis 2020
  • Die Berufshaftpflicht ist in diesem Jahr um weitere 9% gestiegen auf 6.843€ jährlich und ab 01.07.2017 wird sie um über 11% steigen auf 7. 639€ jährlich für Hebammen mit außerklinischer Geburtshilfe ohne Vorschäden. Das heißt, wir haben, zwar zu einem hohen Preis, Planungssicherheit bis 30.06.2018.
  • Die Einführung von QM ist und bleibt weiterhin ein wichtiges Thema aller freiberuflichen Hebammen. Seit Mai dieses Jahres müssen die Kolleginnen nachweisen können, dass sie sich mit dem Thema befasst und eine entsprechende Dokumentation angefangen haben zu erstellen. Stichproben seitens der Krankenkassen sind jetzt möglich.
Schwerpunktthemen auf Landesebene sind:
  • Wegen die anstehenden Strukturveränderungen im DHV und in den Landeverbänden gab es in diesem Jahr 2 Mitgliederversammlungen sowie eine gesonderte Rundmail zur Darstellung der möglichen Varianten; nach eingehender Befassung mit dem Thema und intensiver Diskussion haben sich die anwesenden Kolleginnen tendenziell für das Mitgliedermodell ausgesprochen
  • Maßnahmen zum Erhalt des Berufstandes und zur Sicherung der Hebammenversorgung im Flächenland Brandenburg sind weiterhin Thema. Mit Unterstützung der Gesellschaft "Gesundheit Berlin- Brandenburg" arbeiten wir weiter an der Förderung der normalen Geburt und des Stillens. Der Landesverband macht das Problem des relativen Hebammenmangels weiter publik und sucht nach Lösungswegen. Wer kann wie mit wem etwas dafür tun?

Online-Hebammenliste

Ab sofort gibt es über unsere Postkarte mit QR- Code die Verbindung zur Online-Hebammenliste auf unserer Webpage www.hebammen-brandenburg.de.

Wie wertvoll ist Deine Hebamme für Dich?

Link zum Film "Wie wertvoll ist Deine Hebammen für Dich?"- eine einfache Frage, die schwer zu beantworten ist. www.hebammenverband.de

Links zur Versorgung von Flüchtlingsfrauen mit Hebammenhilfe

DHV- Website „Hebammen für Geflüchtete
Material von Pro Familia
Material DHV, Berliner Hebammenverband

Still- Pilger- Tour von Potsdam nach Groß Kreutz

Am 15. September 2015 sind Hebammen und junge Eltern mit ihren Kindern von Potsdam bzw. von Werder/ Havel nach Groß Kreutz gepilgert, um auf die Bedeutung sowie Vereinbarkeit von Stillen und Berufstätigkeit aufmerksam zu machen.
Auf dem Weg nach Werder machten sie Zwischenstation an der UNI Potsdam, die auf Grund der vielen Studentinnen öfter mit stillenden Müttern und deren Bedürfnissen konfrontiert ist. Deshalb wurde dort der relativ spontane Besuch sehr positiv aufgenommen und stolz die Erfahrungen der Verbindung von Berufstätigkeit (hier Studium) und Stillen präsentiert.
Am Ende der Tour trafen sich alle Beteiligten in der Firma Werder Frucht in Groß Kreutz.
Das familienfreundliche Unternehmen ist dem Thema Berufstätigkeit und Stillen gegenüber ebenfalls sehr aufgeschlossen.

So erhielt Werder Frucht aus den Händen der Stillbeauftragten und der Landesvorsitzenden des Brandenburger Hebammenverbandes die Anerkennungsurkunde als stillfreundliches Unternehmen.
Hier noch ein paar Bilder zu diesem besonderen Tag in Vorbereitung der Weltstillwoche.

Hebammenverband-Brandenburg-Still-Pilger-Tour

Krankenkassen unterlaufen Willen des Gesetzgebers

Berlin, 20.02.2015

Freie Wahl des Geburtsortes soll künftig massiv eingeschränkt sein.
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern in den aktuellen Verhandlungen mit den Hebammenverbänden Ausschlusskriterien für Hausgeburten und verweigern Frauen die Bezahlung der Hausgeburt, sobald diese vorliegen. Diese Ausschlusskriterien sind bisher nicht wissenschaftlich belegt. Zudem sollen Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanziert werden. Die Kassen fordern, beispielsweise auch die Überschreitung des errechneten Geburtstermins als Ausschlusskriterium für eine Hausgeburt zu definieren – davon ist allein schon die Hälfte aller Schwangeren betroffen. So wird faktisch ein Großteil der Hausgeburten künftig als private Leistung definiert. Das schränkt die freie Wahl des Geburtsortes für Frauen und ihr Selbstbestimmungsrecht massiv ein. Der Deutsche Hebammenverband hat deshalb heute die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu diesem Punkt unterbrochen. Er fordert von den Krankenkassen die Entscheidungsfreiheit von Frauen bei der Wahl des Geburtsortes als Vertragsgrundlage anzuerkennen und auch künftig zu erhalten. Frauen darf weder das Recht noch die Kompetenz zur Mitsprache abgesprochen werden.

Die Forderung nach einem mündigen Patienten, der informierte Entscheidungen selbst trifft, gilt damit bei der Wahl des Geburtsortes nicht mehr. Den Frauen wird von den Kassen unterstellt, nicht selbst die beste Wahl für sich und ihr Kind treffen zu können. Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. meint dazu: „Seit wann bestimmen Krankenkassen über Frauen und ihre Kinder? Das ist anmaßend. Die Kassen überschreiten ihre Kompetenzen.“

Die Verträge zur Einführung eines Qualitätsmanagements können damit nicht abgeschlossen werden. Für die Hebammen bedeutet dies, dass sie vorerst auf eine dringend notwendige fünfprozentige Vergütungssteigerung verzichten müssen. Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied im DHV und Verhandlungsführerin meint dazu: „Wir Hebammen lassen uns von den Krankenkassen nicht erpressen. Wir verkaufen unsere Frauen nicht.“ Auch die Einführung des Sicherstellungszuschlags im Juli ist damit offen, da davor ein Qualitätsmanagementsystem vertraglich vereinbart sein muss. Der Willen des Gesetzgebers, die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe zu erhalten, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten und die Hausgeburten besonders zu schützen wird damit von den Krankenkassen unterlaufen.

Der Hebammenverband protestiert gegen dieses Vorgehen zusammen mit Frauen, Eltern und weiteren Unterstützern unter www.unsere-hebammen.de/meine-entscheidung unter dem Motto #MeineGeburtMeineEntscheidung.
Zum Hintergrund: Hebammen arbeiten in Geburtshäusern bereits seit Jahren mit Ausschlusskriterien. Diese gelten jedoch medizinisch nicht als evidenzbasiert. Der für Geburtshäuser gültige Vertrag bezieht deshalb den Willen der Frau in die Entscheidung, wo die Geburt des eigenen Kindes stattfinden soll, mit ein. Die gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten, indem sie alle Formen der Geburtshilfe vergüten. Dies soll nun aufgeweicht werden.

Abschluss erster Fortbildungsgang Hebammen zu Familienhebammen

Nach ca. 1 ¾ Jahren wurde am 07.10.2014 in einem Raum der Fachhochschule Potsdam der erste Fortbildungsgang für Brandenburger Hebammen zur Familienhebamme beendet. Elf Kolleginnen erhielten ihr Zertifikat aus der Hand von Bärbel Derksen und Julia Klein vom Kompetenzzentrum Frühe Hilfen am Familienzentrum Potsdam. Frau Derksen und Frau Klein waren die maßgeblichen Organisatorinnen der Fortbildungsveranstaltung, die allen Teilnehmerinnen besonders zur Bindungstheorie, zu Kommunikation, Stärkung der Elternkompetenz, Netzwerkarbeit sowie Rechtsfragen im Bereich Frühe Hilfen neues Wissen und interessante Anregungen gebracht hat.

Familienhebammen

Als Gäste waren anwesend: Frau Elke Wagner vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, welches die Fortbildung aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen und Familienhebammen finanziert hat. Desweiteren gratulierte auch Prof. Dr. Staats als Leiter des Familienzentrums den Kolleginnen. Frau Wischer von den “Potsdamer Neuesten Nachrichten” nahm ebenfalls an der Abschlussveranstaltung teil, um mit einem Artikel auf dieses Ereignis hinzuweisen. Nach anfänglicher Skepsis verlassen die “frischgebackenen” Familienhebammen mit Tatendrang und Elan den knapp 300-stündigen Fortbildungsgang. Bleibt zu hoffen, dass sich bald akzeptable Möglichkeiten für den praktischen Einsatz der Familienhebammen ergeben. Das erworbene Wissen wird allen nützlich sein, gerade in der originären Hebammenarbeit. Jederzeit und überall kann es zum Zusammentreffen mit Familien mit besonderem Bedarf kommen. Um weiterhin auf dem Laufenden zu bleiben, bietet das Kompetenzzentrum/Familienzentrum den Kolleginnen weiterhin die Möglichkeit, die Kenntnisse zu unterschiedlichen Themen der Frühen Hilfen weiter zu vertiefen bzw. Supervision in Anspruch zu nehmen.
Abschließend auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön an alle, die den Hebammen diese Fortbildung ermöglicht haben, einschließlich deren Familien. Es war nicht leicht für die Kolleginnen, sich die Fortbildungstage frei zu halten, Vertretung für die Betreuung der Schwangeren bzw. Wöchnerinnen und sowie Kinderbetreuung zu organisieren. 

 

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Für Hebammen

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